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Arbeitsplatzqualität

Das mehrdimensionale Konzept der Arbeitsplatzqualität
Grundlage dafür war das mehrdimensionale Konzept der Arbeitsplatzqualität in der EU, das seit dem Jahr 2001 als Bestandteil der Lissabon-Strategie zur Anwendung gelangt. Es hat sich international als der Standard für die umfassende Beurteilung und Optimierung der Arbeitsplatzqualität etabliert. Die Migros hat diesen Standard nun erstmals in der Schweiz umgesetzt.

Beurteilung der Arbeitsplatzqualität aus der Mitarbeitenden und Bevölkerungsperspektive
Dass Arbeitsplatzqualität als mehrdimensionales Konzept definiert und verstanden wird, hat gute Gründe und setzt hohe Massstäbe. Denn die Arbeitsplatzqualität ist nicht nur ein zentraler Faktor für die Motivation, die Leistung, die Identifikation mit Zielen und Werten und die Verbundenheit der Mitarbeitenden mit dem Unternehmen. Sie ist auch ein essentieller Bestandteil gesellschaftlicher Verantwortung von Unternehmen, an die seitens der Schweizer Bevölkerung hohe Erwartungen gestellt werden. Inwiefern ein Unternehmen diesen Erwartungen entspricht, wird primär an der Arbeitsplatzqualität bzw. an der Gewährung guter Arbeitsbedingungen gemessen.

Die Beurteilung der Arbeitsplatzqualität erfordert deshalb eine integrale Sicht - eine Mitarbeitenden- und Bevölkerungsperspektive. Deshalb hat die Migros durch ein unabhängiges Sozialforschungsinstitut ihre Arbeitsplatzqualität bei insgesamt 2‘000 Personen aus allen Landesteilen über eine kombinierte Bevölkerungs- und Mitarbeitendenbefragung auf den Prüfstand gestellt.

Nachhaltigkeit der Arbeitsplatzqualität
Dass mehrdimensionale Konzept der Arbeitsplatzqualität beinhaltet den Anspruch, dass die Arbeitsbedingungen durchgehend und insgesamt einen hohen Standard verbürgen. Arbeitsplatzqualität lässt sich mithin nicht auf einen, einige wenige oder zufällig ausgewählte Aspekte reduzieren, die sich aus der jeweiligen situativen oder politischen Opportunität ergeben. Arbeitsplatzqualität muss in der Sache und in der Zeit nachhaltig sein.

In der Sache, weil jede ihrer Dimensionen und ihre Dimensionen insgesamt über alle Mitarbeiterkategorien hinweg unterschiedlichsten Interessen, Bedürfnissen, Verhältnissen sowie Lebens- und Arbeitssituationen gerecht werden, jeder Mitarbeiterin und jedem Mitarbeiter unter gleichen Voraussetzungen jedoch auch die gleichen Chancen bieten muss. Jede Dimension der Arbeitsplatzqualität muss ihre ganz direkte Entsprechung in den dafür praktisch wichtigen, effektiv relevanten und verbindlichen Arbeitsbedingungen finden. Nachhaltigkeit der Arbeitsplatzqualität fordert hohe und langfristige Verbindlichkeit dieser Arbeitsbedingungen. Über die Zeit, weil sich Arbeitsplatzqualität nicht an kurzfristigen Effekten, sondern am mittel- und langfristigen Nutzen für die Mitarbeitenden misst. Der Nutzen muss konkret, fass- und greifbar sein.

Die Sicht der Mitarbeitenden und der Bevölkerung
Die Arbeitsplatzqualität in der Migros wurde mitarbeiter- und bevölkerungsseitig insgesamt als besonders verantwortungsvoll und nachhaltig beurteilt.

Die weitgehende Übereinstimmung der Sichtweise der Mitarbeitenden und der Bevölkerung lässt sich grundsätzlich auf zwei Umstände zurück führen. Einerseits bestehen - obwohl Innen- und Aussensicht nie vollständig deckungsgleich sein können, weil die einen Akteure und die anderen Zuschauer sind - zwischen der konsumierenden Bevölkerung und den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in Bezug auf die Arbeitsplatzqualität enge Wechselwirkungen. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bestimmen als „brand ambassadors“ die Wahrnehmung der Bevölkerung. Gerade für die Migros, deren rund 80‘000 Beschäftigte in allen Landesteilen tätig, in Zehntausenden von Haushalten vertreten und die alle in ein soziales Umfeld eingebettet sind, ist das ein starker Treiber. Andererseits wurde die gemeinsame Sichtweise von Mitarbeitenden und Bevölkerung entscheidend dadurch bestimmt,  dass der hohe Standard der Arbeitsbedingungen in der Migros sich durchgehend zum Nutzen der Mitarbeitenden sowie ihrem sozialen und familiären Umfeld in den Dimensionen der Arbeitsplatzqualität manifestiert hat. Die exemplarische Darstellung macht das deutlich:

Die Dimension der Arbeitsplatzqualität   Ihre Manifestation in den Migros-Arbeitsbedingungen
Vereinbarkeit von Beruf und Familie   Migros setzt auf eine ganzheitliche unternehmerische Familienpolitik. Durch die Kombination von Schwangerschafts-, Mutterschafts-, Vaterschafts- und Elternschaftsurlaub, den Betreuungsurlaub bei Krankheit von Kindern und Familienangehörigen, die Gleichstellung von Familien- mit Arbeitszeit, damit ein familienbedingter Erwerbsunterbruch nicht zum Karriereknick wird, die Förderung des beruflichen Wiedereinstiegs von Frauen, die Entwicklung von familienfreundlichen Arbeitszeitmodellen, die Gleichstellung neuer Familienformen, die gezielte Unterstützung von Familien mit Kindern über weitergehende Familienzulagen, der Einsatz für die familienergänzende Tagesbetreuung und finanzielle Unterstützung bei der Nutzung familienergänzender Angebote, die Entwicklung von familienfreundlichen Arbeitszeitmodellen, die Anpassung des Arbeitsplatzes oder des Arbeitsplatzangebotes für schwangere Frauen und stillende Mütter und die Unterstützung durch betriebliche Familien- und Sozialberatungen resultiert eine hohe Arbeits-, Laufbahn- und Lebenszufriedenheit. Sie zeigt, dass die Migros-Familienpolitik nachhaltig, wirksam und zeitgemäss ist.
Berufliche Weiterentwicklung   Weder die Berufsausbildung der jungen Erwachsenen noch die berufliche Weiterbildung wird dem Zufall überlassen. Eine systematische Personalentwicklung stellt sicher, dass die Kompetenzen und Qualifikationen der Mitarbeitenden gezielt gefördert und erweitert werden. Das Recht auf bezahlte berufliche Weiterbildung und die finanzielle Förderung der persönlichen Weiterbildung ermöglicht den Mitarbeitenden ihr Potential durch lebenslanges Lernen voll auszuschöpfen.
Gesundheit und Wohlbefinden   Die Gesundheitspolitik der Migros geht weit über den gesetzlichen Bereich und Standard der Arbeitssicherheit und des Gesundheitsschutzes hinaus. Eine gesundheitsgerechte Arbeitsgestaltung, ein ausgezeichnetes betriebliches Gesundheitsmanagement oder die aktive und koordinierte Reintegration von erkrankten oder verunfallten Mitarbeitenden über ein modernes Disability Management sind Ausdruck dafür.

Migros-Landes-Gesamtarbeitsvertrag

 

Mit dem Migros-Landes-Gesamtarbeitsvertrag werden den Mitarbeitenden seit 1983 fortschrittliche, vorbildliche und verantwortungsvolle Arbeitsbedingungen verbindlich garantiert. Er zählt zu den besten Gesamtarbeitsverträgen in der Schweiz. Für seine Zusatzleistungen werden heute jährlich über 600 Mio. aufgewendet. Im Rahmen eines dynamischen Ausbaus in den letzten Jahren wurde unter anderem das Spektrum der Massnahmen in der Familienpolitik substantiell erweitert, Arbeitszeitflexibilität durch die Richtarbeitszeit mit Einkommens- und Beschäftigungsgarantien abgesichert, der Leistungsumfang der Krankentaggeldversicherung zur Unterstützung eines modernen Disability Managements auf 2 Jahre bei vollem Lohn ausgebaut, durch die Festlegung von durchschnittlichen Mindestlöhnen für gelernte Mitarbeitende bis CHF 4‘100.- das Engagement der Migros für die Berufsausbildung unterstrichen, mit der Erhöhung des Mindestlohnes für Ungelernte auf grundsätzlich* CHF 3‘700.- für Ungelernte (was auf Jahresbasis einem monatlichen Bruttolohn von CHF 4‘000.- entspricht) - ein arbeitsmarkt- und sozialpolitisches Zeichen gesetzt und mit Erhöhung der Nominallöhne von 20.55 % und der Reallöhne von 10.65 % in den Jahren 2001 bis 2009 eine Lohnentwicklung verfolgt und realisiert, die diejenige der Gesamtheit aller Wirtschaftszweige übertroffen hat.
*Regionale Unterschiede möglich.

Lohngerechtigkeit   Das Mitarbeiter-Führungs-Entwicklungs-Entlöhnungssystem (M-FEE) garantiert nicht nur die Lohngleichheit zwischen Frau und Mann. Der Grundsatz „Gleicher Lohn für gleichwertige Funktionen, Leistungen und Erfahrungen“ hat ganz allgemein Geltung. Das ist ein ganz wesentlicher Gesichtspunkt für die Lohnzufriedenheit. Denn die Mitarbeitenden erwarten eine funktions- und leistungsgerechte Entlöhnung. Sie wollen bei der Lohnfestsetzung und den Lohnanpassungen die Funktions-, Leistungs- und Verteilungsgerechtigkeit gewährleistet sehen.
Sozialer Dialog und Mitbestimmung  

Die Migros ist seit rund drei Jahrzehnten einer mehrstufigen, pluralistischen Sozialpartnerschaft verpflichtet, die von der Zusammenarbeit mit den Arbeitnehmerverbänden des L-GAV, der Mitentscheidung und Mitwirkung der Landeskommission der Migros-Gruppe und der Personalkommissionen auf Unternehmensebene bis hin zur Unternehmensmitbestimmung der Mitarbeitervertreter in den Verwaltungsräten der Migros-Unternehmen reicht, die als vollwertige Verwaltungsräte direkt Einfluss auf die unternehmens- und personalpolitischen Weichenstellungen nehmen können. Dieses Modell garantiert überall und auf allen Ebenen der Migros eine umfassende Teilhabe der Mitarbeitenden bzw. ihrer Vertretungen.
 

Flexibilität und Sicherheit   Unternehmerische Veränderungsprozesse sind eine Realität und eine Notwendigkeit. Um eine positive Einstellung zum Wandel zu fördern, ist ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Flexibilität und Sicherheit notwendig. Die systematische Personalentwicklung und berufliche Weiterbildung stellt die dazu notwendige Veränderungsfähigkeit und Veränderungsbereitschaft her. Mitarbeitende, deren Arbeitsplatz von einer unternehmerischen Veränderung betroffen wird, können sich darüber hinaus darauf verlassen, dass alle Anstrengungen unternommen werden, um ihnen durch ein aktives Mobilitätsmanagement eine neue berufliche Perspektive zu vermitteln und ihre berufliche und geographische Mobilität über den Sozialplan so zu fördern, dass sie ihre Fähigkeiten voll ausschöpfen und sie sich in der Berufswelt neu positionieren können.

Dass die Schweizer Bevölkerung, deren Erwartungen an die gesellschaftliche Verantwortung von Unternehmen im OECD-Vergleich besonders hoch sind, von der Migros als Arbeitgeberin eine klare Vorstellung und ein klares Bild hat, hat sich im Jahr 2009 in der öffentlichen Meinung gleich mehrfach gezeigt und bestätigt. Die öffentliche Meinung gibt – im Gegensatz zur mediengesetzlich hergestellten, veröffentlichten Meinung, die stark von wirtschaftlichen Opportunitäten und politischen Loyalitäten beeinflusst wird – die tatsächliche Wahrnehmung der Bevölkerung wieder.

Nach den Ergebnissen des „Handels-Check Schweiz“, der auf einer ganzen Reihe umfangreicher repräsentativer Studien beruht, ist die Migros nicht nur das beliebteste Lebensmittel-Detailhandelsunternehmen in der Schweiz, sondern liegt auch in den Bereichen Vertrauenswürdigkeit und Personal an der Spitze. Vier Fünftel der Bevölkerung stuften die Migros denn auch als Top-Unternehmen ein und drei Viertel wären enttäuscht, wenn es die Migros nicht mehr gäbe (Medienmitteilung vom 22.05.09).

  Im „Global Pulse“ 2009 wurde der Migros bestätigt, dass sie, wie bereits im Vorjahr, das von der Bevölkerung meistgeschätzte Schweizer Unternehmen ist. Als massgebende Faktoren wurden insbesondere die Qualität der Produkte und Dienstleistungen, die Unternehmensführung und das soziale Engagement der Migros hervorgehoben. Auch in Bezug auf die Arbeitsplatzqualität nahm die Migros unmittelbar nach der Raiffeisen Group und Nestlé einen Podestplatz ein (Medienmitteilung vom 09.07.09)

Dass Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie die Bevölkerung der Migros in Bezug auf die Arbeitsplatzqualität ein so gutes Zeugnis ausstellen, ist für die Migros Ansporn, Motivation und Verpflichtung, zusammen mit ihren Mitarbeitenden und ihren Sozialpartnern ihren Weg konsequent weiterzugehen und sich, wie in der Vergangenheit, nicht von Interessen und Akteuren beeinflussen zu lassen, die lediglich die mediale Profilierung suchen.

Der Grundsatz der verantwortungsvollen Unternehmensführung
Die Migros hat ihre Identität, die ihr die Richtung gibt und in der seit jeher angelegt ist, dass sich eine gute wirtschaftliche mit einer guten sozialen Leistung verbinden muss. Dass die Migros am World Retail Congress im Mai 2009 in Barcelona zum nachhaltigsten Retailer der Welt gekürt wurde, war für sie deshalb weniger massgebend als die Begründung, die die Jury zu diesem Entscheid geführt hat. Nach den Worten der Jury war entscheidend, dass es keinen anderen Detailhändler gebe, der sich dem Grundsatz der verantwortungsvollen Unternehmensführung langfristig so konsequent und effektiv verpflichtet wie die Migros (Medienmitteilung vom 15.05.09).