Gesundheitspolitik
Die Arbeitswelt und die Art, wie das Arbeitsleben in unserer Gesellschaft heutzutage organisiert ist, sind ein wesentlicher Bestimmungsfaktor für die Gesundheit. Aufgrund der engen Verknüpfung zwischen Arbeit und Gesundheit erhält eine nachhaltige Arbeitsplatzqualität nicht nur die Gesundheit der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, sondern bildet zugleich eine zentrale Bedingung für die Gesundheit des Unternehmens.
Gesunde Mitarbeitende, gesundes Unternehmen – das verlangt, das Gesundheit im Arbeitsleben nicht auf die gesetzlich geregelten Bereiche und den gesetzlichen Standard der Arbeitssicherheit und des Gesundheitsschutzes beschränkt, sondern ein umfassender und systematischer Ansatz der Gesundheit auf Basis und als Bestandteil einer verantwortungsvollen Unternehmensführung verfolgt wird.
Friendly Work Space – Auszeichnung für ein modernes betriebliches Gesund-heitsmanagement
Die Migros hat diesen umfassenden Ansatz über ein modernes betriebliches Gesund-heitsmanagement, das auf einem umfassenden Konzept zur Prävention und Gesund-heitsförderung beruht, das gleichermassen sowohl die Arbeitsbedingungen als auch das individuelle Gesundheitsverhalten berücksichtigt, konsequent verfolgt und umsetzt.
Es ist deshalb kein Zufall, dass bei der erstmaligen Verleihung des Labels „Friendly Work Space“ durch die Stiftung Gesundheitsförderung Schweiz unter den neun Schweizer Unternehmen nicht weniger als drei Migros-Unternehmen figurierten (Medienmitteilung der Stiftung Gesundheitsförderung Schweiz vom 05.05.2009).
Das Label zeichnet Unternehmen mit einem systematischen und nachhaltigen betrieblichen Gesundheitsmanagement aus und soll den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern sowie den Kundinnen und Kunden signalisieren, dass die zertifizierten Unternehmen ihre soziale Verantwortung wahrnehmen und sich für ein gesundes Arbeitsumfeld einsetzen. Die internen Sozialpartner der Migros haben an der Verleihung der Auszeichnung wesentlichen Anteil. Ihr Beitrag bestätigt für die Migros einmal mehr, dass Gesundheit nicht einfach für, sondern vor allem zusammen mit den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern zu fördern und sicherzustellen ist.
Betriebliches Gesundheitsmanagement hat in der Migros überall seinen festen Platz
Im Jahr 2009 wurde das Label „Friendly Work Space“ insgesamt fünf Migros-Unternehmen verliehen, nämlich der Genossenschaft Migros Luzern (Genossenschaftlicher Detailhandel), der Micarna SA und der Jowa AG (Nahrungsmittelindustrie), der Migros-Verteilzentrum Suhr AG (Logistik) und dem Migros-Genossenschafts-Bund (Dienstleistungen).
Diese fünf Unternehmen repräsentieren wichtige strategische Geschäftsfelder der Migros. Ihre Auszeichnung mit dem Label wiederspiegelt, dass das betriebliche Gesundheitsmanagement überall und entlang der gesamten Wertschöpfungskette der Migros seinen festen Platz hat und konsequent in die Unternehmensführung und die Managementsysteme integriert ist.
Die Beurteilung der Unternehmen und die Labelvergabe erfolgen ausschliesslich durch die Stiftung Gesundheitsförderung Schweiz. Das Label wird nur verliehen, wenn das Assessment zweifelsfrei ergibt, dass ein Unternehmen alle Qualitätskriterien erfüllt. Diese sind breit abgestützt und international verankert.
Sie basieren auf den Richtlinien des Europäischen Netzwerks für betriebliche Gesundheitsförderung (ENWHP). Ein wissenschaftlicher Beirat, ein Wirtschaftsbeirat, ein Pool unabhängiger Assessoren und eine Rekursinstanz stellen sicher, dass nur Unternehmen ausgezeichnet werden, die den hohen Anforderungen genügen.
Disability Management
Ein wesentlicher Aspekt sozialer Verantwortung im Kontext von Gesundheit und Arbeit ist die Unterstützung und Reintegration kranker oder verunfallter Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Entscheidend dabei ist, dass die Reintegrationsprozesse aktiv gefördert und unterstützt, die Massnahmen rasch getroffen, diese auf die konkreten Bedürfnisse des erkrankten oder verunfallten Mitarbeitenden abgestimmt und unter Kooperation aller massgebenden Stellen umgesetzt werden.
Es gilt alle notwendigen Kompetenzen und Ressourcen zu mobilisieren, die zu einer erfolgreichen Fallentwicklung beitragen können. Das macht auf die stufenweise Reintegration nach Unfall oder Krankheit über Schonarbeitsplätze oder die berufliche Eingliederung von Behinderten nachhaltig wirksam.
Private Public Partnership - Pilotprojekt für die Weiterentwicklung der Invali-denversicherung
Mit der 5. IV-Revision wurden über die Früherfassung, die Frühintervention, die Integrationsmassnahmen und die Ausrichtung der 26 kantonalen IV-Stellen zu Eingliederungs- und Dienstleistungszentren wichtige Voraussetzungen geschaffen, die ein solches Disability Management, wie es die Migros bereits seit langem kennt, gezielt unterstützen.
Das Instrumentarium kann jedoch nur wirksam werden, wenn zwischen der Invali-denversicherung und den Unternehmen neue Kooperationsformen etabliert werden können, die über die bloss fallweise Zusammenarbeit hinaus die Kompetenzen und Ressourcen bündeln. Dazu müssen neue Strukturen, Instrumente und Vorgehensweisen entwickelt und praktisch erprobt werden.
Die Migros sucht auch hier die Innovation. Sie hat deshalb im Jahr 2009 zusammen mit dem Bundesamt für Sozialversicherung ein Pilotprojekt ausgearbeitet, das die Schaffung eines gemeinsamen nationalen Kompetenzzentrums für berufliche Wiedereingliederung mit einer eigenständigen strukturellen, finanziellen und personellen Basis zum Gegenstand hat.
Es ist eine neue Form des Private Public Partnership, die der Kooperation bei der Eingliederung von erkrankten oder verunfallten Mitarbeitenden eine ganze neue Ausrichtung gibt. Die dabei gewonnenen Erkenntnisse und Entscheidungsgrundlagen werden in die Weiterentwicklung der Invalidenversicherung zur Eingliederungs-versicherung einfliessen. Die Migros hofft, dass ihr Beispiel auch bei anderen Unternehmen Schule machen wird.
